Finasterid bei erblich bedingtem Haarausfall: wie es wirkt und wann sich der Effekt zeigt

Wie Finasterid bei erblich bedingtem Haarausfall des Mannes wirkt, wann sich ein Effekt beurteilen lässt und wie Sie ein Rezept per Fragebogen anfragen. Das Mittel greift in den Hormonstoffwechsel der Haarwurzel ein und bremst so das Fortschreiten. Geduld gehört dazu: Ob es bei Ihnen wirkt, zeigt sich erst nach Monaten.

HaarausfallBeurteilung bei erblich bedingtem Haarausfall 24,90 € Anfrage starten

Was beim erblich bedingten Haarausfall passiert

Beim erblich bedingten Haarausfall des Mannes, medizinisch androgenetische Alopezie, reagieren die Haarwurzeln an Stirn, Schläfen und Oberkopf empfindlich auf Dihydrotestosteron, kurz DHT. Dieses Hormon entsteht im Körper aus Testosteron, und zwar mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase. Unter seinem Einfluss schrumpfen die Haarfollikel nach und nach, die Haare werden dünner und kürzer, bis an manchen Stellen nur noch feiner Flaum übrig bleibt.

Typisch ist ein langsamer Verlauf über Jahre, mit Geheimratsecken, einer lichter werdenden Stelle am Hinterkopf oder beidem. Plötzlicher Haarausfall, runde kahle Stellen oder eine juckende, gerötete Kopfhaut passen nicht zu diesem Bild. Dann sollte eine Hautärztin oder ein Hautarzt die Kopfhaut ansehen, denn andere Ursachen brauchen eine andere Behandlung.

Wie Finasterid in diesen Prozess eingreift

Finasterid hemmt gezielt die 5-Alpha-Reduktase vom Typ II, die auch in den Haarfollikeln vorkommt. Dadurch sinkt der DHT-Spiegel im Blut und in der Kopfhaut, laut Fachinformation schon innerhalb von 24 Stunden deutlich. Die Wirkung von Testosteron selbst blockiert Finasterid dagegen nicht.

Weil weniger DHT an den Follikeln ankommt, verlangsamt sich ihr Schrumpfen. Geschwächte Haarwurzeln können sich teilweise erholen und wieder kräftigere Haare bilden. Die Dosis beträgt 1 mg täglich, mit oder ohne Mahlzeit; eine höhere Dosis bringt laut Fachinformation keinen zusätzlichen Nutzen. Zugelassen sind Tabletten dieser Stärke für Männer zwischen 18 und 41 Jahren mit beginnendem Haarausfall. In den Studien wurde der Effekt vor allem am Oberkopf und im mittleren Stirnbereich untersucht.

Wann sich ein Effekt beurteilen lässt

Haare wachsen langsam, und ein Haarzyklus dauert Monate. Laut Fachinformation sind in der Regel drei bis sechs Monate tägliche Einnahme nötig, bevor sich zeigt, ob der Haarausfall zum Stillstand kommt. In den Zulassungsstudien sahen Patienten und Ärzte eine Besserung frühestens ab dem dritten Monat; eine höhere Haarzahl im Messfeld war ab dem sechsten Monat nachweisbar, dem ersten Messzeitpunkt.

Für Ihre eigene Einschätzung hilft es, vor Beginn Fotos zu machen, immer im gleichen Licht und aus dem gleichen Winkel, und sie nach einigen Monaten zu vergleichen. Erfolg kann zweierlei bedeuten: Bei einem Teil der Männer wachsen sichtbar Haare nach, bei anderen bleibt der Zustand stabil. Auch das zählt, denn ohne Behandlung schreitet der Haarausfall in der Regel weiter fort. Zeigt sich nach mehreren Monaten gar keine Veränderung, besprechen Sie mit dem Arzt, ob die Behandlung weiterläuft.

Was nach dem Absetzen passiert

Finasterid wirkt nur, solange Sie es nehmen. Laut Fachinformation beginnt sich der Effekt nach dem Absetzen innerhalb von sechs Monaten zurückzubilden, und nach 9 bis 12 Monaten ist der Ausgangszustand wieder erreicht. Wer sich für die Tabletten entscheidet, sollte sie deshalb als Dauertherapie verstehen und regelmäßig prüfen lassen, ob Nutzen und Verträglichkeit noch stimmen.

Rezeptfrei erhältlich ist Minoxidil zum Auftragen auf die Kopfhaut. Es wirkt auf einem anderen Weg und ist eine Möglichkeit für Männer, die keine Tabletten nehmen möchten. Zur gleichzeitigen Anwendung beider Mittel liegen laut Fachinformation keine Daten vor; sagen Sie dem Arzt deshalb, wenn Sie Minoxidil bereits verwenden.

Für wen Finasterid nicht gedacht ist

Finasterid ist ausschließlich für Männer bestimmt. Bei Frauen ist es kontraindiziert, weil es in einer Schwangerschaft die Entwicklung der Geschlechtsorgane eines männlichen Kindes stören kann. Frauen, die schwanger sind oder werden könnten, sollen zerbrochene oder zerkleinerte Tabletten nicht berühren; unbeschädigte Tabletten sind überzogen. Eine Anfrage einer Frau wegen Haarausfalls lehnt der Arzt deshalb ab, zumal Mittel zum Auftragen auf die Kopfhaut ohne Rezept erhältlich sind.

Nicht kombiniert wird Finasterid mit anderen 5-Alpha-Reduktase-Hemmern, etwa der höheren Dosis gegen eine vergrößerte Prostata. Außerdem senkt es den PSA-Wert; geben Sie bei einer Prostatavorsorge an, dass Sie es nehmen. Mögliche Nebenwirkungen sind verminderte Lust, Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie Stimmungsveränderungen bis hin zu Suizidgedanken. Bemerken Sie gedrückte Stimmung oder solche Gedanken, setzen Sie das Mittel ab und holen ärztlichen Rat ein.

So läuft die Anfrage

Der Fragebogen klärt unter anderem, ob Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, ob die Haare plötzlich oder in kahlen Flecken ausfallen oder die Kopfhaut juckt und gerötet ist, ob Prostatakrebs oder ein erhöhter PSA-Wert bekannt ist, ob Sie eine Depression oder Suizidgedanken hatten, ob Ihre Leber erkrankt ist und ob Sie Finasterid oder Minoxidil bereits angewendet haben. Ein Arzt prüft die Angaben schriftlich, ohne Videosprechstunde und ohne Telefonat. Er kann nachfragen, Unterlagen anfordern oder ablehnen.

Stellt er ein Rezept aus, kommt es als Privatrezept im PDF-Format per E-Mail. Ausgedruckt legen Sie es mit einem Lichtbildausweis in der Apotheke vor, die anschließend selbst über die Abgabe befindet. Die Kosten tragen Sie: Arzneimittel zur Verbesserung des Haarwuchses übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nach Paragraf 34 SGB V nicht.

Ab wann sehe ich, ob Finasterid wirkt?

Meist frühestens nach drei bis sechs Monaten täglicher Einnahme. Vergleichsfotos vom Behandlungsbeginn helfen, kleine Veränderungen zu erkennen, die man im Spiegel leicht übersieht.

Was passiert, wenn ich Finasterid absetze?

Der Effekt lässt nach. Laut Fachinformation beginnt er sich innerhalb von sechs Monaten zurückzubilden, nach 9 bis 12 Monaten ist der Ausgangszustand wieder erreicht. Treten Stimmungsveränderungen auf, ist das Absetzen ausdrücklich empfohlen.

Wirkt eine höhere Dosis schneller oder stärker?

Nein. Laut Fachinformation gibt es keinen Hinweis, dass mehr als 1 mg täglich besser wirkt. Tabletten mit höherem Wirkstoffgehalt sind für eine andere Erkrankung bestimmt und werden nicht zusätzlich genommen.

Kann ich Finasterid und Minoxidil gleichzeitig verwenden?

Minoxidil zum Auftragen ist rezeptfrei. Zur Kombination mit Finasterid liegen laut Fachinformation keine Daten vor. Geben Sie im Fragebogen an, was Sie bereits verwenden, damit der Arzt das in seine Beurteilung einbeziehen kann.