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Asthma und Atemwege

Asthmasprays sind in Deutschland verschreibungspflichtig, auch das Bedarfsspray mit Salbutamol. Die Basistherapie besteht aus inhalativen Kortikosteroiden, häufig kombiniert mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum. Diese Seite erklärt den Unterschied zwischen Bedarfs- und Basisspray, die richtige Inhalationstechnik, typische Nebenwirkungen und den Ablauf einer Folgeverordnung.

Bedarfsspray und Basistherapie: der Unterschied

Das Bedarfsspray öffnet die verengten Atemwege innerhalb von Minuten, die Basistherapie bekämpft die zugrunde liegende Entzündung über Wochen. Beide sind nötig, und keines ersetzt das andere.

Asthma ist im Kern eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Sie macht die Atemwege überempfindlich, sodass sie sich bei Auslösern verkrampfen und zusätzlich anschwellen. Ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum wie Salbutamol löst den Krampf der Bronchialmuskulatur und verschafft rasch Luft, es lässt die Entzündung aber unberührt. Inhalative Kortikosteroide wirken genau dort: Sie dämpfen die Entzündung, wirken nicht sofort und entfalten ihren vollen Nutzen erst nach einigen Wochen regelmäßiger Anwendung.

Genau daraus entsteht der häufigste Fehler im Alltag. Wer nur das Bedarfsspray benutzt, weil es spürbar hilft, und die Basistherapie weglässt, weil man von ihr nichts merkt, behandelt das Symptom und lässt die Ursache laufen. Reicht das Kortikosteroid allein nicht aus, wird es mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum in einem gemeinsamen Inhalator kombiniert. Eine solche Kombination wird nie als alleiniges Bedarfsmittel ohne entzündungshemmenden Anteil eingesetzt.

Gibt es Asthmaspray rezeptfrei?

Nein. In Deutschland sind sämtliche Asthmasprays verschreibungspflichtig, das Bedarfsspray mit Salbutamol ebenso wie die Kortikosteroide und die Kombinationspräparate. Rezeptfrei erhältliche Hustenmittel und ätherische Öle behandeln kein Asthma und ersetzen kein Notfallspray.

Dafür gibt es einen guten Grund. Atemnot ist ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen, von Asthma über COPD und Herzschwäche bis zu einer Lungenembolie. Die Unterscheidung braucht eine Untersuchung mit Abhören und einer Lungenfunktionsmessung. Hinzu kommt, dass ein frei zugängliches Bedarfsspray dazu verleiten würde, eine sich verschlechternde Erkrankung immer weiter zu überdecken, statt die Basistherapie anzupassen. Genau dieser Verlauf ist gefährlich.

Wenn ein Arzt Ihr Asthma bereits eingestellt hat, Ihre Therapie unverändert bleiben soll und Sie stabil sind, kann eine Folgeverordnung nach Auswertung Ihrer Angaben ausgestellt werden. Sie kostet bei uns 24,90 EUR, eine vorrangige Bearbeitung 9,90 EUR zusätzlich. Die Gebühr bezahlt die ärztliche Beurteilung Ihrer Angaben, nicht die Ausstellung eines bestimmten Dokuments. Lehnt der Arzt aus medizinischen Gründen ab, erstatten wir die gezahlte Gebühr. Fordert der Arzt Unterlagen oder ergänzende Angaben an und Sie reichen diese nicht nach, gilt die Beurteilung als erbracht und die Gebühr wird nicht erstattet. Eine Erstdiagnose und die Einstellung einer neuen Therapie sind auf diesem Weg nicht möglich.

Wie oft darf das Bedarfsspray benutzt werden?

Als Faustregel gilt: Wer das Bedarfsspray häufiger als zweimal pro Woche braucht, ist nicht ausreichend eingestellt. Nicht mitgezählt wird dabei die vorbeugende Anwendung vor sportlicher Belastung, wenn sie ärztlich so vorgesehen ist.

Der Verbrauch des Bedarfssprays ist der ehrlichste Gradmesser der Asthmakontrolle. Steigt er, ist das ein Signal, die Basistherapie zu überprüfen, nicht ein Grund, eine größere Packung zu besorgen. Ein hoher Jahresverbrauch an kurzwirksamen Sprays gilt fachlich als Warnzeichen für schwere Verläufe.

Weitere Hinweise auf eine unzureichende Kontrolle sind nächtliches Erwachen durch Husten oder Atemnot, Einschränkungen im Alltag oder beim Sport und wiederholte Verschlechterungen mit Bedarf an Kortison in Tablettenform.

Führen Sie über einige Wochen ein einfaches Protokoll: Wie oft haben Sie gesprüht, wann, in welcher Situation. Das ist die nützlichste Information für die nächste Beurteilung, und sie lässt sich in einem Fragebogen genauso gut übermitteln wie in der Praxis. Achten Sie außerdem auf das Ablaufdatum und den Füllstand Ihres Notfallsprays.

Inhalative Kortikosteroide: Wirkung und Nebenwirkungen

Inhalative Kortikosteroide sind die Grundlage jeder Asthmabehandlung, weil sie die Entzündung in den Atemwegen dämpfen. Sie wirken nicht sofort, sondern über Tage bis Wochen, und müssen deshalb regelmäßig angewendet werden, auch an beschwerdefreien Tagen.

Die Sorge vor Kortison ist verbreitet, greift bei der inhalativen Anwendung aber zu kurz. Der Wirkstoff wird gezielt in die Atemwege gebracht, sodass die Dosis um ein Vielfaches niedriger liegt als bei Tabletten und nur ein kleiner Teil in den übrigen Körper gelangt. Die typischen Nebenwirkungen sind entsprechend örtlich: Heiserkeit, Reizhusten und ein Pilzbefall der Mundschleimhaut mit weißlichen Belägen.

Diese Nebenwirkungen lassen sich weitgehend vermeiden. Spülen Sie nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser aus und spucken Sie es aus, oder putzen Sie die Zähne. Bei einem Dosieraerosol verringert ein Spacer, also eine Inhalierhilfe, zusätzlich den Anteil, der im Mund hängen bleibt.

Bei sehr hohen Dosen über lange Zeit werden weitere Effekte beobachtet. Deshalb wird die Dosis so bemessen, dass sie das Asthma kontrolliert, und bei stabilem Verlauf ärztlich überprüft.

Richtig inhalieren: die häufigsten Fehler

Ein erheblicher Teil der scheinbar wirkungslosen Asthmatherapien scheitert nicht am Medikament, sondern an der Technik. Wenn der Wirkstoff im Mund oder im Rachen landet statt in den Bronchien, hilft auch die richtige Dosis nicht.

Beim Dosieraerosol gilt: aufrecht sitzen oder stehen, Inhalator schütteln, ruhig ausatmen, Mundstück fest mit den Lippen umschließen, dann gleichzeitig mit einer langsamen und tiefen Einatmung auslösen und anschließend den Atem etwa fünf bis zehn Sekunden anhalten. Wer Auslösen und Einatmen nicht koordinieren kann, sollte einen Spacer verwenden; das ist keine Notlösung, sondern häufig die bessere Technik.

Beim Pulverinhalator ist es anders: Hier braucht es eine kräftige, schnelle und tiefe Einatmung, damit das Pulver überhaupt gelöst wird. Ausatmen dürfen Sie nie in das Gerät hinein, weil die Feuchtigkeit das Pulver verklumpt.

Lassen Sie sich die Technik mit Ihrem eigenen Gerät zeigen und einmal im Jahr überprüfen, in der Praxis oder in der Apotheke vor Ort. Prüfen Sie zudem regelmäßig den Zählwerkstand, damit das Bedarfsspray nicht im entscheidenden Moment leer ist.

Salbutamol: Wirkung, Anwendung und typische Nebenwirkungen

Salbutamol ist ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum. Es entspannt die Muskulatur der Bronchien innerhalb weniger Minuten und wirkt einige Stunden. Angewendet wird es bei akuter Atemnot und, wenn ärztlich so vorgesehen, vorbeugend vor körperlicher Belastung.

Typische Nebenwirkungen ergeben sich aus dem Wirkprinzip: feines Zittern der Hände, Herzklopfen, innere Unruhe, gelegentlich Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe. Sie sind meist dosisabhängig und lassen nach. Bei bestimmten Herzerkrankungen, einer Schilddrüsenüberfunktion oder unter bestimmten Medikamenten ist besondere Vorsicht geboten, weshalb die Verordnung ärztlich erfolgt.

Entscheidend ist die Einordnung als Bedarfsmittel. Salbutamol behandelt den Moment, nicht die Erkrankung. Nimmt der Bedarf zu oder wirkt das Spray schlechter als gewohnt, ist das ein Grund für eine ärztliche Überprüfung und nicht für eine eigenmächtige Steigerung der Sprühstöße.

Bewahren Sie das Bedarfsspray so auf, dass Sie es im Ernstfall sofort finden, und tragen Sie es bei Sport und auf Reisen mit. Eine Reservepackung zu Hause ist sinnvoll; ein leeres Notfallspray ist der vermeidbarste aller Notfälle.

Auslöser erkennen und vermeiden

Wer seine Auslöser kennt, braucht weniger Medikament. Häufig sind Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmel, dazu Atemwegsinfekte, kalte Luft, körperliche Anstrengung, Tabakrauch, starke Gerüche und Luftschadstoffe.

Bei allergischem Asthma lohnt sich eine allergologische Abklärung, weil sie gezielte Maßnahmen ermöglicht und in geeigneten Fällen die Frage einer Hyposensibilisierung eröffnet. Bei Hausstaubmilbenallergie helfen milbendichte Bezüge für Matratze und Bettzeug mehr als jedes Hausmittel.

Eine eigene Gruppe bilden Arzneimittel. Bei einem Teil der Betroffenen lösen Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, etwa Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, einen Asthmaanfall aus. Auch Betablocker können die Atemwege verengen. Geben Sie eine bekannte Asthmaerkrankung deshalb bei jeder Verordnung an.

Rauchen verschlechtert Asthma erheblich und schwächt die Wirkung inhalativer Kortikosteroide; das gilt auch für Passivrauch. Sport ist dagegen kein Auslöser, den man meiden müsste: Bei gut eingestelltem Asthma ist regelmäßige Bewegung ausdrücklich sinnvoll, gegebenenfalls mit vorbeugender Anwendung des Bedarfssprays und ausreichendem Aufwärmen.

Wann Asthma ein Notfall ist

Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn das Bedarfsspray nicht mehr ausreichend wirkt, wenn Sie nur noch einzelne Wörter statt ganzer Sätze sprechen können, wenn Lippen oder Fingernägel sich bläulich verfärben, wenn Sie sehr unruhig oder benommen werden oder wenn Sie im Sitzen nach vorn gebeugt um Luft ringen.

Ein bedrohlicher Anfall kündigt sich häufig über Stunden bis Tage an: steigender Verbrauch des Bedarfssprays, nächtliches Erwachen, zunehmende Atemnot bei gewohnter Belastung. Wer einen ärztlich vereinbarten Notfallplan hat, setzt ihn in dieser Phase um, statt abzuwarten.

Ein Warnzeichen wird oft falsch gedeutet: Wenn das Pfeifen beim Ausatmen bei gleichzeitig zunehmender Atemnot leiser wird, ist das kein gutes Zeichen, sondern kann bedeuten, dass kaum noch Luft bewegt wird.

Außerhalb der Sprechzeiten und ohne diese Notfallzeichen erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Ein schriftliches Fragebogenverfahren ist für akute Atemnot ausdrücklich nicht geeignet; es dient der Weiterführung einer bereits eingestellten Behandlung.

Wer diese Seite erstellt hat

Diese Seite wurde von der Redaktion der MEDINOW Sp. z o.o. erstellt und medizinisch geprüft von lek. Damian Wojno, Arzt mit polnischer Approbation, Nr. 3211301, eingetragen bei der Ärztekammer in Olsztyn (Polen). Stand der medizinischen Prüfung: 29.08.2026.

Wir sind eine Arztpraxis mit Sitz in Polen und arbeiten ausschließlich schriftlich: Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus, ein Arzt wertet Ihre Angaben aus und entscheidet. Es gibt bei uns keine Videosprechstunde, kein Telefongespräch und keinen Live-Chat. Eine Verordnung wird niemals automatisch erteilt, und der Arzt kann die Ausstellung ablehnen, wenn die Angaben dafür nicht ausreichen.

Die Inhalte auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche Beurteilung im Einzelfall. Bei akuten oder sich verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich an eine Arztpraxis vor Ort, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall an den Rettungsdienst unter 112.

Gibt es Asthmaspray rezeptfrei?

Nein. Alle Asthmasprays sind in Deutschland verschreibungspflichtig, auch das Bedarfsspray mit Salbutamol. Atemnot hat viele mögliche Ursachen, deren Unterscheidung eine Untersuchung mit Abhören und Lungenfunktionsmessung erfordert. Rezeptfreie Hustenmittel behandeln kein Asthma und ersetzen kein Notfallspray.

Wie oft darf ich das Bedarfsspray nehmen?

Wer es häufiger als zweimal pro Woche braucht, ist in der Regel nicht ausreichend eingestellt; die vorbeugende Anwendung vor Sport zählt dabei nicht mit. Ein steigender Verbrauch ist ein Grund, die Basistherapie ärztlich überprüfen zu lassen, und nicht, die Sprühstöße eigenmächtig zu erhöhen.

Was ist der Unterschied zwischen Bedarfs- und Basisspray?

Das Bedarfsspray löst binnen Minuten den Krampf der Bronchialmuskulatur und verschafft Luft, lässt die Entzündung aber unberührt. Die Basistherapie mit einem inhalativen Kortikosteroid dämpft genau diese Entzündung, wirkt erst über Wochen und muss auch an beschwerdefreien Tagen angewendet werden. Beide ersetzen einander nicht.

Wie inhaliert man richtig?

Beim Dosieraerosol: schütteln, ausatmen, Mundstück umschließen, langsam und tief einatmen und dabei auslösen, danach den Atem einige Sekunden anhalten; ein Spacer verbessert das Ergebnis deutlich. Beim Pulverinhalator braucht es dagegen eine kräftige, schnelle Einatmung, und niemals darf man in das Gerät ausatmen. Nach einem Kortikosteroid den Mund ausspülen.

Wann muss ich zum Arzt?

Bei steigendem Bedarf am Notfallspray, nächtlichem Erwachen durch Husten oder Atemnot und Einschränkungen im Alltag. Sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen, wenn das Bedarfsspray nicht mehr wirkt, Sie nur noch einzelne Wörter sprechen können oder Lippen und Nägel sich bläulich verfärben.